Spiralanker setzen: Anleitung in 5 Schritten mit Video

Ein Riss im Mauerwerk lässt sich nicht wegspachteln. Füllmasse schließt die Optik, aber sie nimmt keine Zugkräfte auf – und genau die haben den Riss verursacht. Sobald sich die Wand wieder bewegt, reißt es an derselben Stelle erneut auf. Eine dauerhafte Reparatur muss die Zugfestigkeit des Mauerwerks wiederherstellen, und dafür gibt es Spiralanker.

Wie das in der Praxis aussieht, zeigt unser Animationsvideo in einer Minute:

Rissfix Spiralanker setzen – Schritt für Schritt erklärt.

Was ein Spiralanker im Mauerwerk macht

Ein Spiralanker ist ein schraubenförmig gewalzter Stab aus Edelstahl A2. Er wird quer zum Riss in eine waagerechte Nut eingelegt und mit Spezial-Ankermörtel kraftschlüssig mit dem Mauerwerk verbunden. Die Spiralform ist dabei kein Design, sondern Funktion: Sie vergrößert die Oberfläche und verzahnt den Stab im Mörtelbett, sodass Zugkräfte über die gesamte Länge in die Wand eingeleitet werden statt punktuell an den Enden.

Das Ergebnis ist eine vernähte Wand. Der Fachbegriff dafür lautet Rissvernadelung oder, aus dem Englischen, Crack Stitching. Anders als bei einer reinen Oberflächenreparatur wird das Mauerwerk statisch wieder zusammengeführt.

Spiralanker setzen: die fünf Schritte

1. Riss beurteilen und Nutabstände festlegen

Verlauf und Breite des Risses prüfen. Die Nuten werden waagerecht und quer zum Rissverlauf gesetzt, üblicherweise im Abstand von etwa 40 cm, jeweils ober- und unterhalb des Risses fortlaufend. Der Anker muss auf beiden Seiten deutlich über den Riss hinausreichen – er soll ja beide Wandhälften fassen.

2. Nuten schneiden

Mit einer Mauernutfräse oder einem Winkelschleifer eine Nut von etwa 35 bis 50 mm Tiefe in die Lagerfuge schneiden. In Sichtmauerwerk bietet sich die Mörtelfuge an, weil die Reparatur dort später praktisch unsichtbar bleibt.

3. Nut ausblasen und vornässen

Der meistunterschätzte Schritt. Staub in der Nut verhindert, dass der Ankermörtel Haftung aufbaut – die Verbindung ist dann nur so gut wie die Staubschicht darunter. Nut gründlich ausblasen oder aussaugen und anschließend leicht vornässen, damit der saugende Untergrund dem Mörtel nicht das Anmachwasser entzieht.

4. Ankermörtel einbringen und Spiralanker eindrücken

Eine erste Lage Spezial-Ankermörtel in die Nut einbringen, den Spiralanker hineindrücken und anschließend vollständig mit Mörtel überdecken. Der Stab muss rundum eingebettet sein und darf nirgends aufliegen – erst die vollständige Umhüllung stellt den Kraftschluss her.

5. Verschließen und verputzen

Nut bündig abziehen und aushärten lassen. Danach kann die Fläche verputzt, verfugt oder mit Rissspachtel überarbeitet werden. Nach dem Überstreichen ist von der Reparatur nichts mehr zu sehen.

Was Sie dafür brauchen

  • Spiralanker aus Edelstahl A2 – in 6, 8 oder 10 mm, passend zu Wandstärke und Rissbild
  • Spezial-Ankermörtel – kein gewöhnlicher Mauermörtel, sondern ein auf Haftung und Zugaufnahme abgestimmtes Produkt
  • Mauernutfräse oder Winkelschleifer mit passender Trennscheibe
  • Ausblasgerät oder Sauger, Kelle, Fugeisen
  • Schutzausrüstung – beim Nutschneiden entsteht erheblicher Quarzstaub, Atemschutz ist Pflicht

Im Rissfix Set sind Spiralanker, Ankermörtel und Werkzeug bereits aufeinander abgestimmt, sodass Sie nichts einzeln zusammensuchen müssen.

Drei Fehler, die die Reparatur wertlos machen

  1. Zu kurze Anker. Reicht der Stab nicht weit genug über den Riss hinaus, hängt die Verbindung an wenigen Zentimetern Mauerwerk und reißt bei der nächsten Bewegung aus.
  2. Staubige Nut. Ohne Ausblasen und Vornässen bindet der Mörtel nicht richtig an. Die Wand sieht repariert aus, ist es aber nicht.
  3. Zu große Abstände. Ein einzelner Anker mittig im Riss bringt wenig. Die Kraft muss über mehrere Ebenen verteilt werden.

Wann Sie einen Fachmann hinzuziehen sollten

Spiralanker sind für die Instandsetzung von Rissen im Mauerwerk gemacht, nicht für die Behebung ihrer Ursache. Ziehen Sie einen Statiker oder Bausachverständigen hinzu, wenn der Riss sich weiter öffnet, breiter als etwa fünf Millimeter ist, diagonal über mehrere Geschosse verläuft oder wenn Türen und Fenster klemmen. Das sind Hinweise auf Setzungen im Fundament – dort muss zuerst die Ursache beseitigt werden, sonst reißt die Wand auch nach fachgerechter Vernadelung wieder.

Bei ruhenden Setzrissen, Schwindrissen und typischen Altbaurissen dagegen ist die Vernadelung mit Spiralankern genau das richtige Mittel – und mit dem passenden Set auch für Heimwerker gut machbar.